Wie der Mann sein Qi entdeckt und beeinflusst – Teil 1

Gedanken, Gefühle, Gedanken, Gefühle und immer so weiter, dieser ständige Mechanismus basiert auf jener trivialen Verkettung des alltäglichen Ablaufs. Der Mensch steckt mitten drin in dieser Kette. Man erschafft sie, steuert oder unterbricht sie. Unterbrechungen scheinen nicht einfach zu sein. Lebenselemente wie Energie/Qi, Raum, Äther nehmen aber Einfluss darauf. Weit zurück liegend wurde die Quintessenz schon von Aristoteles angenommen, auch als das fünfte Element bekannt. In der Quintessenz steckt schon das Qi, wenn man es sich so vorstellt. Im heutigen Zeitgeist sind Philosophen und Wissenschaftler, wie Masaru Emoto, Maharishi Mahesh Yogi und Joe Dispenza rezeptionäre Vorreiter von Theorien, deren Konzepte unter anderem in den Film „What the Bleep do we (k)now!?“ aufgenommen wurden, der dadurch zum Kult wurde. In diesem gesamten Themenbereich über Energie, angefangen von Quantenphysik, Neurologie bis Spiritualität und Mystik, sind die Verbindungen zum menschlichen Bewusstsein zwar da, aber noch lange nicht allgemeingültig. Für jeden einzelnen Menschen ergeben sich viele Interpretationsmöglichkeiten, in denen er mit der Wechselwirkung zwischen Bewusstsein und Materie, zwischen subjektiver Wahrnehmung und Funktionen des Körpers konfrontiert wird. Das Qi, unsere Lebensenergie, zu entdecken, zu beobachten oder zu beeinflussen, spielt dabei eine zentrale Rolle in unserer Zeit. Denn wir entfernen uns immer weiter von ihr, wenn es sich weiterhin um Effizienz, Schnelligkeit, Grenzerfahrung, Abenteuer, materielles Wachstum, Risiko, Rationalität, Hierarchien sowie expansive und andere Yang-orientierte, männliche Qualitäten im Leben dreht.

Qi (chin.) oder Ki (jap.) ist zwar auch begrifflich in der westlichen Kultur verankert, aber wird uns noch nicht innerlich bewusst. Ursprünglich in der daoistischen „Lehre des Weges“ und im Daodejing (Tao te king von Laotse) bereits von Zhuangzi beschrieben, weisen bis heute zahlreiche Bedeutungen von Qi auf ein Phänomen hin, dass über Energie und Atem hinausgreifend wirkt: als Fluidum, durch die insbesondere Ausstrahlung, Klima und Temperament jedes einzelnen Menschen und auch seine Umwelt bestimmt werden. Qi durchdringt unser gesamtes System, offenbart uns, wie wir gestrickt sind mit unseren Emotionen. Deshalb ist Qi die Essenz, die uns von Geburt an bis zum Tod belebt sowie unsere Vitalität und Lebensenergie gestaltet oder ausdrückt.

In der modernen daoistischen Auffassung wurde dem Qi bereits eine Rolle im neurohormonalen System zugeordnet. Im Westen hingegen wurde erst spät angenommen, dass der Mensch überhaupt als Energiewesen in diesem Zusammenhang existiert. Es ist noch nicht allzu lange her, wo im Westen Esoteriker belächelt wurden. In der Antike wurde das Pneuma als „materielle Lebenskraft“ gesehen und der Sitz des Pneuma an verschiedenen Orten, wie im bewegendem Blut, Gehirn oder Herz des Menschen vermutet. Zunehmend entwickelt sich auch ein universelles Konzept aus den vielen verschiedenen philosophischen, physischen bis psychischen Ansätzen. Die Chakren-Modelle des Schamanismus (3er-System) und des Tantrismus (5er bis 7er System) beziehen sich ebenfalls auf Qi. Die grundlegende Vorstellung des Qi in der TCM und den inneren Kampfkünsten helfen, das Qi wahrzunehmen und darauf Einfluss zu nehmen. Das Meridiansystem aus der TCM-Lehre entspricht der Vorstellung von 12 Hauptleitbahnen, denen jeweils 12 Funktionskreise von Organsystemen zugeordnet sind, in denen Qi fließt. Qi ist jedoch in jedem verschieden und jeder nimmt es auf seine Weise wahr, wenn man sich denn damit befasst.

Wie kann der Mann sein Qi entdecken?

Auf der körperlichen Ebene ist es wichtig, sich nicht nur mit dem physischen Körper zu beschäftigen, sondern seinen gesamten Körper einzubeziehen. Männer orientieren sich an Schnelligkeit, Effizienz, Rationalität, Kausalität und Logik, was leider nicht unbedingt zu einem harmonischen Energiehaushalt führt und auch nicht zur Beobachtung des Qi. Sie bauen Muskeln auf anstatt ihren Körper geschmeidig, beweglich und von innen her energetisch im Fluss zu halten. Sie joggen mit Tempo bis ans Limit oder erledigen extremes Zirkeltraining. Anstatt bewusst zu atmen, messen sie ihren Puls, Herzfrequenz, Blutdruck, Blutsauerstoff und andere Werte, um ihren Selbstoptimierungskurs zu halten. Diese Kontroll- und Überwachungsmentalität ist absurd. Zeitdruck und Leistungsdruck sind schädlich für das eigene Qi und schädigen auch den Emotionalkörper. Von dem Wissen, dass auch ihr Körper emotional reagiert, profitieren noch wenige. Durch die weitgehende Kontrolle und Überwachung des physischen Körpers und seiner Funktionen entsteht Stress, der negative Auswirkungen auf das gesamte Qi-System haben kann.

Die Entdeckung des eigenen Qi vollzieht sich im Nichtsichtbaren. Sie liegt im Verborgenen. Diese Entdeckung besteht in der Möglichkeit, nicht durch das Auge, sondern durch Berührung und Fühlen zu sehen. Durch jede Berührung, die der Mann achtsam und gefühlvoll in einem natürlichen Rhythmus ausübt, entsteht ein Raum, der das eigene Qi sichtbar machen kann, und gleichzeitig die Fähigkeit, diese Energie zu steuern. Mit Berührung ist auch das nichtphysische Berühren gemeint. Jede Handlung, jedes Denken und jede Haltung wird dadurch von innen her nach außen energetisch geformt: weit, weich, leicht, herzlich, flexibel, klar, positiv und vital. Der damit verbundene Antrieb/die innere Kraft und die innere Haltung wird von Schwer ins Leicht verändert. Mit diesem Qi wird die Lebenseinstellung ins Positive bewahrt und gleichzeitig der Emotionalkörper gestärkt. Gut zu wissen ist, dass der Energiekörper den physischen Körper steuert, also das eigene Qi, nicht umgekehrt.

Auf der mentalen Ebene ist es wichtig, Gefühle von Emotionen zu unterscheiden. Das Qi, das ich fühle, ist nicht das Qi, was ich denke. Gefühle sind Erfahrungen, die vom Selbst kommen. Das unmittelbar Erfahrbare kommt vom Selbst. Dieses Qi will von sich aus lösen und entwickeln. Dieses Qi bewertet nicht. Emotionen sind Gedanken, die vom Ego kommen. Das Qi, das ich denke, will angeschaut und transformiert werden und hängt generell mit dem Grundgefühl und den Basisemotionen zusammen, die uns alle ausmachen. Es wird bewusst erlebt. Gedanken können erst dann transformiert werden, wenn ich Fühlen zulasse und das, was ich fühle, anerkenne. Der Mann kann durch diese Kenntnis des „Sich selbst berühren“ seine Triggerpunkte auflösen. Ein Qi, das gestört ist, zeigt sich im Körper in diesen Punkten. Die sogenannten Triggerpunkte/Schmerzpunkte sind ja nicht verarbeitete Emotionen, die sich manifestiert haben und physisch eingelagert sind.

Positive Gedanken und Affirmationen helfen rational und emotional auf der Mentalebene lösungsorientiert.

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