Herzenergie des Mannes

Männer sind belastet, aber nicht belastbarer als Frauen. Immer wieder wird dem Mann gesagt, mit schwierigen Situationen gelassener umzugehen. Auch nicht einfach, wenn es keine schwierige Situation gibt, sondern alles wie geschmiert oder unter Strom läuft. Denn diesen Energielevel dauerhaft zu erhalten, macht auch keinem „Sinusknoten“ Spaß. Können wir immer nur aufnehmen, ansammeln, ertragen, abgeben, ignorieren und ausblenden? Positive und negative Aspekte gehören nun mal zum Leben dazu. Aber nein, wir können nicht immer so weiter, besser und schneller. Bei einem enormen Verlust, existenziellen Ängsten, bei einer unheilbaren Krankheit oder einer Erfahrung, die uns traumatisiert hat, kann jeder fühlen, dass die Energie andere Wege nimmt. Was heißt dann noch Gelassenheit? Wie geht der Mann damit um? Was hat das mit der Herzenergie zu tun? Und was kann er tun, wenn es ihn doch mit einer schlimmen Krankheit erwischt?

Das zuständige Organ dafür ist und bleibt immer noch das Herz und seine Energie. Die Herangehensweise an die Herzenergie und das Verständnis davon bleiben aber offen. Zwischen Muskel- und Herztätigkeit, in der das Blut Sauerstoff und Nährstoffe in den Körper pumpt, gibt es noch die intuitive Ebene, die über das anatomische und physiologische Verständnis hinausgreift. Die Herzenergie ist allumfassend. In der TCM hat das Herz vor allem eine geistige und energetische Funktion und aufgrund dessen allein schon mehr Aufgaben zu bewältigen, die wir so nicht wahrnehmen. Ursprünglich ist hier Shen, also Geist beheimatet. Wer gut beheimatet oder verankert sein will, muss dafür sorgen, dass seine Herzenergie im Gleichgewicht ist. Wie das geht?

Hier kommt der Sinusknoten ins Spiel. Dieser wird durch Sympathikus (frequenzentladend) und Parasympathikus (frequenzsenkende Aufgabe), die Teile des vegetativen Nervensystems sind, beeinflusst. Der hohe Energielevel insbesondere beim Mann stresst ihn doppelt, da der Parasympathikus nicht mehr zur Ruhe kommt und der Sympathikus mit seinen Transmittern vermehrt Adrenalin und Noradrenalin zum Sinusknoten schickt und dadurch belastet. Der Sinusknoten gewinnt die Oberhand. Die Frequenz ist bei Dauerbelastung eben dauerhaft höher als im gesunden Zustand und schädigt das gesamte Nerven- und Energiesystem und das Herz. Extreme psychische oder körperliche Belastung wirkt sich generell durch eine zu hohe Ausschüttung von Stresshormonen ins Blut aus, die das Herz und den Rest des Körpers überreizen. Wie eng die Psyche mit dem Körper verbunden ist, zeigt das Herz schon vorher. Die Resonanz zwischen VNS und Herz ist daher sehr wichtig.

Das Problem ist aber nicht der Sinusknoten oder der Sympathikus. Das Problem in unserer Gesellschaft ist unsere Motivation, die abhängig von den aktiven Motiven ist. Die Motive und Werte müssen korrigiert werden und zwar hin zur Eigenfrequenz. Im Klartext heißt das, mit dem Herzen schwingen. Die Herzenergie hat keinen Takt, sondern einen natürlichen, freien und kinetischen Rhythmus. So kann der Mann anhand seiner Ausdrucksform erkennen, wie und ob er mit seiner Herzenergie schwingt. „Mir geht es gut“, „Alles läuft bestens“. Oder „Naja, ganz schön stressig zurzeit, aber …“ hört man meistens. Diese typische Haltung ist nicht geschlechtsspezifisch, wie manche vermuten. Vielmehr zeigt sich stressbedingt bei Frauen eher das Broken-Heart-Syndrom und bei Männern wohl eher ein Happy-Heart-Syndrom als Indikator für ein Ungleichgewicht. Das wird sich aber in Zukunft sicher angleichen, vielleicht als „Happy–Broken-Heart“? Hoffentlich nicht. Einen direkten Unterschied in der Herzenergie zwischen Mann und Frau gibt es nicht, wohl aber im Umgang mit ihr. Frauen beobachten sich selbst oft besser als Männer. Sie sind näher an ihrer Herzenergie angekoppelt. Symptomatische Beschwerden wie beispielsweise in der Brust werden deshalb auch unterschiedlich von beiden Geschlechtern beschrieben. Der Mann könnte sich einfach selbst öfter und besser beobachten. Die Herzenergie ist nicht unbedingt bewusst da, weil das Herz selbst sehr intuitiv und nah am seelischen Zentrum angelegt ist. Lernt der Mann mit seinem Herzen wirklich zu kommunizieren, heißt das einzig und allein: Erkennen durch Fühlen. Wie zeigt sich denn nun die Herzenergie beim Mann?

Sie kann sich positiv, aber auch negativ zeigen. Auffallend positiv zeigt sich das Herz-Yin durch einen ruhigen und klaren Geist (Shen), lächelnd. Auffallend negativ zeigt sich das Herz-Yang durch Geistesabwesenheit, Unkonzentriertheit, Schlaflosigkeit, Unentspanntheit und Überreiztheit. Welche Kriterien erzeugen positive Energie, die die Herzenergie und das seelische Zentrum stärken? Hierfür gibt es drei wichtige Prinzipien: Dankbarkeit, Freude und Loslassen.

1. Dankbarkeit z.B. durch länger anhaltendes Fühlen einer schönen Begebenheit: Würdigung und Anerkennung anstatt Bewerten – Botschaften, die schöne Emotionen hervorrufen.

2. Freude schenken z.B. durch bewusstes Lächeln: Dadurch wird ein Ausdruck von positiven Gefühlen in einem selbst und zu anderen erzeugt, was sich wiederum im zentralen Nervensystem positiv auswirkt: Win-Win.

3. Aktives Loslassen z.B. durch Meditation: Dadurch gewinnt man Abstand zu den jeweiligen Belastungen und baut somit Druck und Spannung ab.

Die drei Prinzipien Dankbarkeit, Freude und Loslassen kann der Mann übrigens am besten durch herzbetonte Körperarbeit üben. Herzbetonte Körperarbeit meint nicht ein zu viel oder zu wenig an Körperlichkeit. Es soll eher von einem Gebundensein oder einer Last zu einer lastfreien Haltung hinführen. Noch sind herzbetonte Körperarbeiten, wie zum Beispiel Meditation, Tantra, Yoga und Shiatsu, von wenigen Männern besetzt. Wenn der Mann sich mehr und mehr in diese Richtung hineinbegeben würde, würden wahrscheinlich nicht nur Herz- und Kreislauferkrankungen, psychosomatische Störungen, sondern auch negative Emotionen und Denkmuster bis hin zur Heilung vollkommen aufgelöst werden. Negative Emotionen entziehen dem Herz seine Energie. Kann ein Mann demnach durch seine Herzenergie seine Gesundheit beeinflussen? Ja, das kann er. Nämlich durch weniger Arbeit und durch Entschleunigung, durch mehr Achtsamkeit und Liebe. Konkret durch das Lassen von Konkurrenzdenken und Wettbewerb und Mut zur Unabhängigkeit. Weg von materiellen Zielen hin zu mehr Selbstbestimmung. Dadurch wird das Prinzip von Geben und Nehmen auch auf das Herz übertragen und in Balance gehalten. Sogar alle klassischen sinnlichen Komponenten werden hinsichtlich des Prinzips von Geben und Nehmen wieder ausbalanciert. Energie wird nicht verschwendet, verausgabt oder verbraucht, auch nicht in schwierigen Lebensabschnitten. Anstelle von belastender Energie tritt „Gelassene Herzenergie“. Diese Herzenergie bleibt unabhängig, nicht an materielle Dinge oder Sorgen geknüpft, sondern an bedingungslose Liebe.

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