Psychosomatik des Mannes

Die Sehnsucht nach Ganzheitlichkeit und Gesundheit entwickelt sich immer mehr zur Bewusstwerdung, jedoch bleibt dies noch ohne Entsprechung in der Realität. Energie und Leistung wird gefordert und forciert. Stößt da nicht auch insbesondere der Mann an diesen sensiblen Punkt? Erst bei physischen Beschwerden wird reagiert, obwohl dahinter meistens mentale oder psychische Ursachen stecken. Tiefere individuelle Sehnsüchte werden nicht umgesetzt. Warum? Diese Frage und vor allem, ob und wie heute die Psyche fähig ist, bei den hohen Anforderungen an Schnelligkeit, Kreativität und Energie, das eigene körperliche und geistige Wohlbefinden zu bewahren, bleibt im Kern bestehen. Deshalb nimmt die Psychosomatik in ihrer Bedeutung stetig zu und besonders auch bei einem großen männlichen Anteil in der Arbeitswelt.

Körperarbeit ist für den Mann zum großen Teil immer noch Leistungssport, wie jede andere Abteilung in seinem Beruf. Sei es zur Bewältigung von Anspannung, als Ablenkung oder Beweis für seinen hohen Energielevel. Kommt der Geist damit wirklich zur Ruhe? Und findet der Körper wirklich Entspannung? Die Psychosomatik sieht das anders. Jeder benutzt den Begriff ganzheitlich und jeder strebt nach Gesundheit. Die meisten Menschen schließen aber Teile dieser Ganzheit gänzlich aus. Besonders, wenn es um die eigene Psyche oder Psychosomatik geht. Im alltäglichen Leben treten in stressigen Situationen und bei Überforderung immer wieder die kleinen, menschlichen Schwächen auf, die auch ein Mann nicht immer angemessen, freundlich, leicht und herzlich behandelt. Und auch in stressfreien Zonen werden ständig neue Ziele gesteckt, zwanghaft. Das ist der sensible Punkt.

Ganzheitliche Gesundheit berücksichtigt alle Verflechtungen des Lebens in der Vergangenheit und Gegenwart sowie die daraus resultierenden sozialen Beziehungen, die eigene Umwelt und Innenwelt mit allen Glaubenssätzen und Wertvorstellungen. Jetzt und in Zukunft. Die Psychosomatik ist der integrale Bestandteil der ganzheitlichen Heilkunde überhaupt und umfasst seit je her selbstverständlich alle 5 Körper des Menschen: den physischen, den Energie-Körper, mentalen Körper, intuitiven Körper und den Geist. Irrtümlicherweise, und das im alltäglichen Leben, glaubt jeder, solange er ein körperliches Wohlbefinden zeigt, gesund zu sein. Dabei kommunizieren wir gerade mal 5% bewusst mit unserem Körper und 95% unbewusst mit den restlichen Energiefeldern. Wir vergessen, dass wir hauptsächlich Energiewesen sind, mit allen feinstofflichen Ebenen. Über die Gefühls- und Mentalebene, aber auch mit Hilfe der Intuition ist es möglich, diese Dimensionen wiederzubeleben und zu einer Einheit zu verbinden.

Was hat es nun mit der Psychosomatik auf sich und ist sie beim Mann anders als bei der Frau? In dem Wort steckt schon alles, was allein die Dynamik ausmacht. Die Psyche wirkt auf den Körper. In dieser Betrachtungsweise ist die „Mittelkraft“ die Kraft, heute auch vegetatives Nervensystem genannt, die zusammen mit dem somatischen Nervensystem das gesamte zentrale Nervensystem bildet und die Psychosomatik beeinflusst. Jeder Mann hat die Möglichkeit, seine Schnelligkeit, seine Leistung und schädigende Gedankenmuster als solche zu erkennen und in positive Einsichten umzuwandeln. So kann er selbst mit seiner Psyche neue und positive Impulse und Reaktionsmuster bilden, die zu einer neuen, ganzheitlichen Körperordnung führen.

Jede einzelne Zelle unseres Körpers ist mit diesem Kontinuum verwickelt. Und jeder Gedanke nimmt Einfluss darauf, wie unsere Ganzheit wirkt. Bekannt ist auch, dass durch unsere Gedanken Heilungsprozesse aktiviert werden. Was wir denken, hängt im Großen und Kleinen mit unseren Emotionen und Gefühlen zusammen. Und da sind alle Menschen individuell, aufgrund der von Geburt an angesammelten Erfahrungen. Der Schmerzkörper ist deshalb auch der Grund für viele psychosomatischen Prozesse im Mann. Wenn ein Mann gelernt hat, sein Gefühl zu verdrängen, löst dieses ausgeschaltete Gefühl eine Blockade aus. Wenn diese Blockade geistig nicht gelöst wird, transformiert sie sich in den Körper. Das geschieht schleichend, unbewusst, über viele Lebensabschnitte hinweg.

Auf der einheitlichen Ebene als Körper-Geist-Seelenwesen ist jeder Mensch so unterschiedlich, wie er sich fühlt. Jeder kann behaupten, dass er mit dem Anderen das Gleiche fühlt, und wenn es um eine subjektiv wahrgenommene Empfindung geht, ist das Gefühl schwer zu verallgemeinern. Mann denkt so und Frau anders, hört man sehr oft. Oder Man(n) zeigt seine Gefühle nicht und Frau reagiert zu emotional. Wer sich ärgert, verursacht mit Gewissheit ärgerliche Situationen. Auch bei einem Mann kommt es vor, dass er seine Emotionen nicht mehr kontrolliert. Und so, wie man Gedanken auf etwas ausrichtet, so bestimmt man seine Somatik in der Zukunft. In der Heilarbeit werden aber diese unterschiedlichen Gedankenmuster, komplizierte Verankerungen und Glaubenssätze hinter dem Körperlichen unter die Lupe genommen. So erklärt sich auch die Psychosomatik beim Mann eben sehr unterschiedlich gegenüber einer Frau.

Anhand des tantrischen Modells lässt sich gut darstellen, dass die Somatik beim Mann anders als bei der Frau verläuft. Aufgrund des unterschiedlichen Energieflusses mit den jeweiligen zugeordneten Polen, positiv beim männlichen und negativ beim weiblichen Geschlecht, gleichbedeutend mit Plus und Minus, Fülle und Leere oder Jitsu und Kyo, wird sichtbar, dass hier ein Ausgleich zwischen beiden Energien stattfinden muss, damit es zu keinen somatischen Blockaden kommt. Dies gilt sowohl innerhalb des eigenen Körpers, als auch in der Beziehung zum anderen Körper. Nirgendwo manifestiert sich der Energieaustausch und die Vereinigung beider Energien deutlicher, als auf der sexuellen und intimsten Ebene. Durch die innigste Anziehung werden praktisch alle körperlichen Aspekte aufgehoben. Wie man mit seiner Energie umgeht, bestimmt die Somatik.

Die ideale Situation wäre, den Energiekreislauf lebendig zu halten, indem sich die beiden Pole oder Energien vereinigen. Dazu müssen die jeweiligen Energien erst einmal in die jeweilige Richtung bewegt werden. Das gelingt zum Beispiel gut mit bewusstem Atmen. Das Prinzip ist immer das Gleiche, ob auf der tantrischen Ebene, der meditativen Ebene, oder in alltäglichen Situationen. Bedeutend ist, dass die Richtung der Energie immer von der Fülle zur Leere gehen muss, um dann wieder von dort zurückfließen zu können. Im tantrischen Kreislauf-Modell gibt die Frau aus ihrem Herzchakra Energie ab und der Mann ist in seinem Herzchakra dafür aufnehmend. Ihr Herzchakra ist der positive Pol und sein Herzchakra der negative Pol. Umgekehrt ist die Yoni der Frau der negativ-aufnehmende Aspekt und der Lingam des Mannes der positiv-gebende Aspekt. So ist der Energieaustausch jeweils im Becken und im Herzbereich zu finden, sodass die Energie im Einklang mit den Bewegungen beider Partner geschlossen fließen kann.

Um zu verstehen, wie das geht, ist für den Mann zunächst eines wichtig: Er muss für Gefühle empfänglich sein. Bei den meisten Männern liegt hier die Blockade, nämlich im Herzchakra. Es ist nicht untypisch, dass viele Herzprobleme und Krankheiten daher rühren. Dort haben die Männer sich seit Jahren gepanzert. Um dort die Blockade zu lösen, ist es unbedingt erforderlich, Gefühle erstmal wahrzunehmen, dann aber auch aufzunehmen. Gleichbedeutend ist auch für den Mann zu wissen, dass die Frau die von ihm empfangene Energie erstmal verteilen muss. Was hat das nun alles mit der Psychosomatik des Mannes zu tun?

Seine Aufgabe ist es, herauszufinden, wie sich seine Dynamik im eigenen Körper zeigt. Es fällt jedoch den meisten schwer, dies alleine nur mal zu beschreiben oder dafür mehr als vier Adjektive zu gebrauchen. Weil wir psychosomatische Wesen sind, lernen wir über unsere Psyche auch körperliche Reaktionen zu erkennen und zu verstehen. Daraus wird auch klar, dass wir Energiewesen jenseits der Körperebene sind und mit dieser Resonanz jede einzelne Zelle unseres Körpers beeinflussen. So verschafft man sich auch ein höheres Bewusstsein, wodurch Heilung überhaupt erst stattfinden kann. Durch Bewusstseinsveränderung entsteht ein heilsamer Zustand, ohne dass überhaupt erst eine Krankheit entstehen muss. Die Konflikte, die sich in einem männlichen Körper zeigen, können dann aufgelöst werden. Das geschieht, in dem der Körper sich selbst neu ordnet und lernt, wieder mit seinen feinstofflichen Körpern übereinzustimmen. Und der Ort jenseits des Denkens ist und bleibt immer der Ort des Herzens, von wo aus Gefühle unsere Psychosomatik steuern. Und diese dient der männlichen Gesundheit für ein empfangendes, ruhiges und offenes Herz. Für Stille und Weite. Ohne ständige Zielvorgaben und Zwang, Sonst brennt der Mann förmlich aus.

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