Das Metallische im Mann

Das ganze Leben ist Veränderung. Auch wenn etwas beständig bleibt, ist das Leben doch nur ein Übergang von Zeit zu Zeit. Diese Übergangszeit anzunehmen, wie sie ist, wäre keine große Herausforderung. Jedoch, wenn man sie als eine Brücke oder einen Wendepunkt in seinem Leben sieht, dann schon. Am Ende des Jahres, mit der Reife oder im Alter kommt dieser Punkt, wo es nicht mehr weiter geht. Der Mann zieht Bilanz. Mit der Frage, ob es sich gelohnt hat, stellt er sich der Verantwortung und dem Thema. Will ich so weiter machen oder muss sich etwas ändern? Habe ich meine Ziele erreicht oder gibt es noch etwas, was ich verwirklichen will? Ganz sicher, dass man nicht häufig in seinem Leben solche Entscheidungen trifft, die wirklich etwas verändern. Aber wenn, dann sind sie tiefgreifend. Und sie verändern das Bewusstsein.

Wir scheinen heute so viel zu wissen und Wissen zu haben, auch darüber, wie die Welt aussehen könnte, wie sie einmal aussah und wie wir sie haben wollen. Aber warum gibt es dann immer noch so viel Ungerechtigkeit, Armut, Hunger und auf der anderen Seite so viel Reichtum in der Welt? Warum produzieren wir auf der einen Seite immer weiter und mehr und auf der anderen Seite zerstören wir die natürlichen Ressourcen? Warum sind bei uns die Vollbeschäftigung und der Konsum an höchster Stelle, während wir nicht mehr genügend Ausgleich schaffen? In unserer Gesellschaft ist das der sensibelste Punkt, der unsere jetzige Stimmung widerspiegelt. Viele verdrängen die Unzufriedenheit, manche zeigen sie. Müdigkeit und Erschöpfung führen zu einem Bedürfnis nach Stille, Ruhe, tiefem Ein- und Ausatmen. Das Ausschlafbedürfnis zeigt sich längst in der gesamten Gesellschaft. Das Produktive wird geschätzt und nicht das Sein. Diese Disharmonie zwischen Mensch und Natur verursacht Krankheiten, die wir nicht mehr rückgängig machen können. Auch wenn jetzt die Zeit des Rückzugs und des Loslassens ist, können wir es doch nicht. Pläne und Entscheidungen sind für diese Phase typisch, aber „es“ gibt noch mehr Dinge, die „über“ den Verstand hinausgehen.

Das „es“ steht für Metall, für Wert, für Beständiges. Das „über“ steht für Innen, in mir selbst. Das Element Metall symbolisiert den Verstand. So ist eine Balance zwischen Gefühl und Methode eine der wesentlichen Aspekte des strukturierten Mannes. Das Metallische im Mann könnte auch als eine Wertschätzung des Erreichten, als bestandene Reife, oder auch etwas Bewahrendes und Beständiges an Erfahrungen herangezogen werden. Doch was ganz wichtig ist und nicht immer beachtet wird: Es geht auch immer um lebendige Strukturen. Es geht also gerade darum, feste, starre und dogmatische Denkmuster aufzubrechen und zu transformieren. Gerade dafür lohnt es sich jetzt erst recht, das Metallelement in dieser Wandlungsphase zu harmonisieren.

Das Harmonisieren bedeutet, auf den Mann bezogen, seine eigene Dynamik anzuschauen und umzulenken. Das kann jeder für sich tun, ob er nun ein Metalltyp ist oder nicht. Zu viel Yang hemmt das Yin in uns. In unserer yang-orientierten Ordnung herrscht ein Ungleichgewicht zwischen den natürlichen Kräften von Yin und Yang im Menschen selbst. So müssen wir dauernd immer nur Energie freisetzen und darauf lösungsorientiert reagieren. Aber in Wirklichkeit geht es um eine Lebensführung in Weisheit, Harmonie und Einklang mit unseren natürlichen Kräften. Ist es aus diesem Grund nicht eine Überlegung wert, die andauernde Wollen-Nehmen-Haben-Seite zu betrachten und das, was da ist, gerechter zu verteilen? Ist es nicht wert, aus diesem Grund die Wertigkeit des Geldes in einem gesunden Maß an Verstand in Relation zu anderen Werten zu setzen? Und ist es nicht wert, diese Wertigkeit mit der Natur wieder zu vereinen?

In der Erde und im Wasser hat „es“ jeweils seine Verbindungen und steht unmittelbar mit diesen in Kontakt. Metall ist das Element, das zwischen Erde und Wasser kommuniziert und transformiert wird. Auf der kleinsten Ebene ausgedrückt, kann ein einzelnes Atom niemals ein Metall sein, weil es keine metallischen Eigenschaften hat. Auf der Makroebene ist die Energie des Metalls in unserer Gesellschaft durch zu viel Arbeit, Profit, Umsatzsteigerung, Ansammlung, Verschwendung, Überfluss, Konsum gestört. Diese menschliche Energie, der Druck der besonders in Wirtschaft und Industrie auf uns lastet, wird in der ganzen Welt übertragen, auch auf andere Elemente, wie das Wasser. Umweltverschmutzung ist nur ein Aspekt. Uns verbindet Metall mehr, als wir uns vorstellen können. Praktisch hat uns das Metall in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit weiter gebracht, auch symbolisch? Immer wieder gibt uns das Metall neue Theorien, Denkanstöße und Informationen für unsere Existenz. Angefangen von den ersten Werkzeugen bis zur modernen digitalen Welt beeinflusst das Metall auf verschiedenartige Weise. Das Materielle ist dabei vorrangig geblieben. Die ältesten Werkzeuge sind vor etwa 3,4 Millionen Jahren entstanden. Außerdem würden wir nicht existieren, gäbe es dieses Element mit seinen vielfachen Eigenschaften nicht.

Heute spielt das Metall eine andere Rolle. Durch die Digitalisierung und Hochtechnologie werden immer festere, dünnere und leichtere Werkstoffe gebraucht. „Maezio™“ ist nur ein Beispiel. Die „Kraft und Ästhetik von Metall wird eingetauscht mit der Flexibilität und Gestaltungsfreiheit von Kunststoff“. Was einen Mann mit Metall verbindet? Das findet er am besten selbst heraus. Das ist aus taoistischer Sichtweise ein wenig so wie mit der Kehrseite des Geldes. Es hat einen erfundenen Wert. Bei uns steht dieser Wert vordergründig in der Yang-Energie. In der alten chinesischen Philosophie ist Metall dem Yin, der Herbstzeit, der Erfahrung, dem Alter, dem Abend, dem Westen zugeordnet. Auch die Beständigkeit drückt sich in ihr als Körperseele „Po“ aus.

Einige wollen wissen, wie es weitergeht, andere sind in Dauerschleife. Ja, es ist die wichtigste Zeit, für Geschäfte, gute Beziehungen, Geschenke, gute Bücher, gutes Essen und noch mehr. Da ist die Stimmung auf der einen Seite, die einen besonders in der Herbst und Winterzeit verfolgt, und gleichzeitig deren Kehrseite, die einen beängstigt, Sorgen bereitet. Diese Stimmung herrscht auch das ganze Jahr über, unterschwellig. Jeder ist mit sich beschäftigt und am meisten mit sich. Männer, die ihre intuitive Wahrnehmung und Entscheidungskraft stark einsetzen, können sich in der jetzigen Entwicklungsphase oder Struktur wiedererkennen. Eine gewisse Grundstruktur hat jeder Mensch in seiner Persönlichkeit. Bei manchen ist sie trotzdem ausgeprägter. Sie haben einen Sinn für Ordnung und ein gewisses Organisationstalent. Diese Basis macht auch deren eigentlichen Charakter aus. Metallische Typen sind Erfolgsmenschen, aber mit „Herz und Verstand“.

Das Metallische im Mann in sich herauszufiltern ist deshalb, gerade über die Kommunikation und den Ausdruck nach Innen, keine Einschränkung. Außerdem ist das Metallische eine Verbindung mit der Natur, dem Partner, ein Austausch von Wissen auf verschiedenen Arten und Ebenen, die den Mann dazu bewegt, etwas umzuwandeln oder zu transformieren. Sei es in seiner Arbeit, seiner Partnerschaft und in der Welt, oder in seiner Verbindung zu sich selbst. Philosophie, Ästhetik und ein Streben nach ethischen Werten sind unter anderem seine Themen. Das bedeutet, dass gerade die innere Stärke das „Metallische im Mann“ ausmacht und seine eigene weibliche Kraft. Und was nutzt es uns allgemein?

Das Sinnvolle und Sinngebende können durchaus wieder Leitprinzip werden für eine bewusstere Lebensweise. Wenn mehr Sein angestrebt wird, ist es durchaus möglich, wieder in einen ausgewogenen, natürlichen Lebensrhythmus zurückzufinden, innerhalb seines Körpers, seiner Beziehungen und der gesamten Gesellschaft. Dies würde für den Mann keinen Stillstand bedeuten, sondern ein Wandel im alltäglichen gelebten Leben. Wenn man bedenkt, dass das ganze Leben aus Übergangsphasen besteht und in jeder dieser Phase alles enthalten ist, was das Leben hervorbringt, dann ist natürlicherweise das, was bleibt, also das Beständige, das was weitergegeben werden muss, die Notwendigkeit.

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