Das Männliche im Mann

So wie das Verhältnis von Yin und Yang sich in der Frau ändert, gibt es auch Wandlungsphasen von beiden Anteilen im Mann.

Wo in unserer rasanten, aktiven und  produktiven Gesellschaft mehr und mehr das Yang dominiert, ist es für den Mann schwierig geworden, sein eigenes inneres Gleichgewicht zu halten oder wieder herzustellen.

Erscheinungsformen wie Yin-Mangel oder Yang-Überschuss machen sich daher  im Mann und in der Frau eher bemerkbar.

In Bezug auf den Mann von heute trifft wohl Yang-Überschuss zu, da heute in einer aktiven, schnelllebigen, hektischen und rastlosen Gesellschaft eher diese Eigenschaften von Yang gefördert werden. Dies ist von außen betrachtet aber unnatürlich, da in einem  Mann das Verhältnis zu seinen weiblichen Eigenschaften ins Ungleichgewicht gerät. Wenn ein Mann sich nicht mehr ganz fühlt, hat dies nur damit was zu tun, dass seine Yin-Eigenschaften unterdrückt, ignoriert oder vermieden wurden.

Das Zitat „ Hinter einem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau“ macht dies nur allzu deutlich. Beide Geschlechterrollen haben sich insofern verändert, dass die Frau eher dem männlichen Prinzip bis heute gefolgt ist, der Mann sich aber nicht von seiner männlichen Rolle befreit hat. Trotzdem trifft der Spruch so ganz nicht mehr zu.

Es scheint ein „Licht  im Mann“ aufzugehen. Und wo ein Licht ist, ist auch ein Weg.

Ein Weg, der nicht mehr über das Yang-Prinzip bestritten wird.

Der Mann von heute ist sich seiner Krise immer häufiger bewusst, denn nie waren sich Frau und Mann so ähnlich wie heute und doch so fremd. Ein Mann, der in der westlichen Gesellschaft sich mehr und mehr der Frauenrolle widmet und eine Frau, die sich mehr und mehr die Männerrolle überstülpt.

Ein Mann, der nur seine männlichen Attribute wie Kraft, Ehrgeiz, Aktivität, Zielstrebigkeit, Rationalität und Coolness lebt, sich über seine Ziele wie Erfolg, Geld, Arbeit und Beruf definiert, wird sicher kein ganzer Mann sein. Ebenso wenig, wie ein Mann, der Kindererziehung, Hausarbeit und Ersatzmutter ist. Wie soll das funktionieren? Beides ist unnatürlich.

Er lebt am „Mann sein“ vorbei. Wo dies hinführt, wissen immer mehr Männer, die bewusst mit sich in die Kritik gehen.

Er begiebt sich auf die innere Suche nach Sein – „ sein Ganzes“.

Der Mann von heute fühlt sich nicht mehr ganz, weil ihm das Männliche zu viel und das Weibliche zu wenig geworden oder abhanden gekommen ist. Ein Dauerzustand innerhalb der Gesellschaft macht sich bemerkbar durch  mehr „männliche Volksleiden“ wie Rückenprobleme, Übersäuerung, Magenprobleme und Verdauungsstörungen, mehr noch Unzufriedenheit.

Alles Symptome, die auf eine innere Unzufriedenheit, also Unentspanntheit im Mann zurückzuführen sind, die sich nun durch eine neue Sicht des bewussten Mannes auf das Männliche im Mann beziehen.

Der Mann muss sich seiner weiblichen Kräfte besinnen, aber auch seine männlichen Stärken entspannen. Er darf sich ebenso pflegen, ausruhen und nichts tun. Er darf auch einfühlsam, warmherzig, spontan und geduldig sein, ohne seine männliche Schönheit auszutauschen. Und damit meine ich keinen Rollentausch!

 

 

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