Das Stirnchakra im Mann

Ob Frühlingsgefühle, Inspirationen, Intentionen – Bei allen ist ein Streben oder eine Konzentration auf etwas nach außen gerichtet. Manchmal ist unklar, wie und warum Vorstellungen, Visionen entstehen und durch welchen Einfluss etwa Ziele oder Pläne umgesetzt werden. Es gibt nie den einen Ansatz, aber gewisse Anreize. Verhaltensbeeinflussend sind vor allem Wärme und Licht, die beide jetzt besonders anregend auf unser zentrales Nervensystem wirken, da der Energiebetrag von einem Extrem zum anderen Extrem übergreifend wechselt. Die Energie, die wir in den vergangenen Wintermonaten gesammelt haben, hat unser Stirnchakra gestärkt und lässt sich jetzt in eine schöpferische Kraft umwandeln. Oder anders herum. Wer jetzt schöpferisch werden will, könnte nun sein Stirnchakra stärken. Körperlich betrachtet, fangen jetzt die Menschen an zu erwachen, sich zu motivieren oder sportlich in Bewegung zu setzen. Natürlich bedingt fängt nach jedem Tiefpunkt ein Richtungswechsel an. Alles blüht, wächst, dehnt sich naturgemäß aus. Bei einem Mann ist jetzt alles aktiver im Vergleich zu einer Frau. Arbeitsmut kann sich bis zur Arbeitswut ausdehnen. Aber in der Ruhe liegt die Kraft, im Sein das Expansive.

Es ist nicht ganz einfach für all diejenigen, die in ihrer Routine oder in Denkblockaden feststecken, egal ob es mit geistiger oder körperlicher Tätigkeit zu tun hat. Man sieht es ihnen förmlich an: zwischen den Augen liegende Denkspuren, die sich bis zu krampfhaften Überlegungen manifestieren, die sich aber darüber hinaus nicht in konstruktive Taten umsetzen lassen. Besonders Führungskräfte, Manager, die der männlichen Energie doppelt unterworfen sind, haben manchmal das Gefühl der Stagnation. Entweder sind es die Hormone oder die Ablenkung oder alles zusammen.

Es ist alles eine Frage der Balance, auch der sinnlichen Balance. Bei Menschen, die unter Druck stehen noch mehr. Stress ist manchmal nicht der Auslöser, sondern es sind die fehlende Abgrenzungsfähigkeit oder Überempfindlichkeit. Unsere Sinnesorgane werden andauernd überfordert, besonders durch Arbeit oder Entspannung am Bildschirm. Ständig stimulieren wir unsere Sinne und bemühen uns, einer Leere auszuweichen. Aber ist das gut für unsere schöpferische Kraft?

Aus Leere entspringt Kreativität, aus Ruhe eine klare Sichtweise, aus Mut etwas Neues, aus Entwicklung deine persönliche Erkenntnis. Aus diesen Vorgängen wird deutlich, dass das Stirnchakra nicht nur mit dem Körper zu tun hat. Es zeigt eher eine Fähigkeit, sich mit der geistigen und seelischen Ebene zu verbinden. Daher ist diese Verbindung auch als ein energetisches Zentrum anzusehen, das dir ermöglicht, tiefere Einsichten in dein Selbst zu gewinnen, aber auch die Außenwelt deutlich einfühlsamer wahrzunehmen. Ist das Stirnchakra in dieser Kraft ausbalanciert, zeigt sie sich im Menschen auf den Ebenen der Intuition, Erkenntnis und Weisheit. In einer Phase der Leere und des Rückzugs kann deutlich werden, ob unser Stirnchakra überhaupt ausgeglichen ist. Nur so wird Intuition, geistige Klarheit und die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis gefördert. Außerdem trainiert man die Verbindung zur Geist-Seele-Ebene durch das einfache Wahrnehmen dessen, was ist. So ist es auch möglich, das Gegenwertige zu erfassen und sogar darüber hinaus in andere höhere Wahrheiten einzutreten, nämlich ins Übersinnliche.

Was  noch Wenige wissen ist, dass das Dritte Auge, der Sechste Sinn oder das Stirnchakra auf der körperlichen Ebene die Zirbeldrüse bildet. Jenes Zentrum, das sogar physisch der Form eines Auges ähnelt, produziert das für uns wichtige Melatonin, das unseren Biorhythmus beeinflusst beziehungsweise in der Biosynthese aus Serotonin gewonnen wird. Melatonin ist ein Zwischenprodukt in diesem Stoffwechselprozess. Ein verringerter, aber auch ein erhöhter  Melatoninspiegel im Blut kann Schlafstörungen hervorrufen und den Schlaf-Wach-Rhythmus stören. So sind Winterdepression und Frühjahrsmüdigkeit gar nicht mal so weit voneinander entfernt. Ein geöffnetes Stirnchakra setzt daher nun mal voraus, dass man auch seinen Energiekörper wahrnimmt und seinen Energiehaushalt kennt, indem man weiß, was einen gut tut und was nicht. So wird einem auch klar, dass das Sehen nicht nur mit den Augen auf  materieller oder visueller Ebene zu tun hat, sondern darüber hinaus auch eine spirituelle Verbindung ist.

Ein Mann, der sein Stirnchakra aktiviert, wächst nicht nur horizontal, sondern vertieft sich vertikal, um von einer spirituellen zu einer universellen Bewusstseinsentwicklung zu gelangen. Für ihn ist das Leben an sich und im Alltag nicht nur durch konstante Wirkungen, sondern von Korrelationen bestimmt. Das Leben ist nicht ein Fußballspiel, wo es Gegner gibt, gegen die man kämpft, sondern das Leben gibt ihm einen Sinn, wenn er es als Spiel des Lebens mit seinen Herausforderungen und in all seinen Zusammenhängen als Aufgabe annimmt.

Je weiter er dieses Bewusstsein entwickelt, umso tiefer wird seine Einsicht in kosmische Weisheiten. Im Alltag bedeutet dies, dass es höhere Werte gibt als Konsum und Profit, nämlich eine vollkommene Einheit mit Körper, Geist und Seele. Der Mann mit einem entwickelten Stirnchakra lebt nach seiner inneren Uhr, fast zeitlos im Hier und Jetzt. Es gelingt ihm einfach alles, ohne Druck, Zwang und vom tiefsten inneren heraus authentisch. Ein starker Sinn für Gerechtigkeit und Ideale sind außerdem nicht nur für ihn, sondern für eine bessere Harmonie in der Welt und in der Arbeitswelt bedeutend. Das Zusammenhängende und sich gegenseitig Bedingende aller Kräfte beeinflusst unsere Harmonie, vom Denken angefangen bis zu unserem Charakter.

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Harmonie als Sinngebung

Banalitäten werden hochgeschaukelt und wahre Probleme zerredet. Manche bleiben sogar unantastbar. In der Kunst wird neu inszeniert, was geht, alles laut, extrem mit kleinem, kontrastreichem Bühnenbild. In der Musik wie im Film wird bis ins Letzte übertrieben und die Kontraste so sehr miteinander vermischt, dass man den Inhalt nicht mehr versteht. Große Gefühle sind bedeutend, doch werden sie so gekünstelt dargestellt, dass man zweifelt, ob es sie noch gibt. Welche Plattform dafür gibt es noch nicht? Willkommen im Zeitalter der „maingestreamten“ Selbstinszenierung. Was bewegt uns eigentlich dazu? Was nach Außen scheinbar befriedigt, ist nur der starke Wunsch nach Harmonie.

In unserer Kultur braucht es anscheinend krasse Gegensätze, um sich zu positionieren, einen Platz zu finden. Um herauszufinden, wo man hingehört, wer man sein will oder wer man ist. Sich eine Meinung zu bilden ist wichtiger, als eine Haltung zu haben. Gegensätze sind da und Widersprüche dort, damit Unterschiede deutlich werden. Audivisuelle Sinneseindrücke überschwemmen unsere natürlichen Bedürfnisse, so dass unser Gehirn das harmonische Spiel zwischen Sympathikus und Parasympathikus nicht mehr leisten kann. Aus der harmonischen Dialektik zwischen Spannung und Entspannung ist bei vielen ein unterschwelliger „Triggerpunkt“ entstanden, der sich nicht mehr wegmassieren lässt.

Nach der sogenannten Selbstbestimmungstheorie (SDT) von Richard M. Ryan und Edward L. Deci  sind Kompetenz, soziale Eingebundenheit und Autonomie die grundlegendsten psychologischen Bedürfnisse, die befriedigt werden sollten und mit denen man seine Beweggründe für sein Verhalten selbst reguliert, auch in Bezug  auf eine bessere Qualität und Harmonie in seinem Leben. Werden diese wesentlichen drei Bedürfnisse unzureichend befriedigt, macht sich früher oder längerfristig Frustration breit, die von Ersatzbedürfnissen bis zur völligen Antriebslosigkeit reicht. Unsere Handlungen spiegeln unsere Vitalität wider.

Wir sind Experten auf dem Gebiet der Stabilität, Produktion, Innovation, des Wissens, der Logistik, Vermarktung geworden. Zahlen über die steigenden Exportüberschüsse belegen das genau, und selbst spüren wir ja auch den wachsenden Wohlstand. Alles im Geiste der globalen Handelsordnung und der EU. Die Folgen tragen wir mit unserem Gewissen. Wer und wie viel davon, sieht man tagtäglich in den Medien oder man muss nur einfach vor die Tür, auf Distanz gehen, sich ein Bild von der Arbeits- und Konsumwelt machen. Wenn man nicht schon mittendrin ist, kommt man doch nicht so leicht vom Wunschdenken los. Jeder wünscht sich Frieden, Ganzheit, Einheit, am meisten jedoch in seinen eigenen Beziehungen, in seiner Familie. Doch weil bei uns die Gegensätze immer dominanter werden, ist Harmonie ein neues sinngebendes Fenster unserer Gesellschaftsordnung geworden, Tendenz steigend. Hauptursache für Disharmonie ist der Glaube an ständiges wirtschaftliches Wachstum und Profitmaximierung. Ja, was geht mich das an?

Weil Selbstoptimierung ein weiteres Indiz dafür ist, dass sich jeder, den es etwas angeht, wie ein Unternehmen begreift. Wird einem das nicht zum Verhängnis? Die Menschen, die bequem sein wollen und nicht selbstbestimmt, für die ist der Mainstream ja willkommen. Doch wer Mainstream leben möchte, verzichtet damit auf seine eigene Selbstverwirklichung. Es ist für die meisten sicher, in der Masse mitzuschwimmen, obwohl diese Sicherheit – vor allem eine subjektive Empfindung – so nicht empfunden wird. Diese Sicherheit der wirtschaftlichen Existenz schafft paradoxerweise nicht nur Existenzängste, sondern vermindert auch jegliches „Risiko“, auf individuelle Weise glücklich zu werden. Ein weiteres Indiz für Disharmonie, vielleicht sogar als Ursache für Globalisierung, ist die Verschiebung des Verhältnisses von Mensch und Geld. In unserem System, das sich zwanghaft erhalten muss, erfüllt der Mensch einen bestimmten Zweck, einen, welcher der heiligen Kuh des wirtschaftlichen Wachstums untergeordnet ist. Nun gut, Hoffnung gibt es dennoch, wenn es um Harmonie im Einzelnen geht.

Ein Mensch, der Harmonie in sich trägt, wirkt positiv auf seine Mitmenschen. Er trägt zu mehr Harmonie in der Welt bei, weil er „geistige und materielle Verschmutzung“ verabscheut und sich dagegen einsetzt. Er fühlt aber auch Störungen anderer leichter durch seine Menschenkenntnis und vor allem die Fähigkeit, sich in Andere hineinzuspüren. Besonders pflegt er harmonische Beziehungen, sei es in seinem eigenen persönlichen Umfeld oder auch als Therapeut, Arzt, Coach oder in anderen Berufen, die mit Menschen arbeiten. Diese Harmonie, die förmlich von innen her atmosphärisch, esoterisch schwingt, hat nichts mit Eigennutz zu tun, sondern folgt dem Prinzip des geistigen Wachstums, aus dem heraus Eigenverantwortung wächst. Das ist übrigens auch ein natürliches Prinzip, in dem sich, so wie das Prinzip von Yin und Yang, welches sich selbst reguliert, auch Körper und Geist regulieren können. Nichts ist über- oder untergeordnet, sondern im Gleichklang. Beide Prinzipien mit ihren unterschiedlichen Energien sind in jedem von uns und müssen ständig aufs Neue synergetisch wirken. Dafür trägt jeder selbst Verantwortung.

Jemand, der Yoga treibt oder meditiert, will natürliche Harmonie in sich verwirklichen. Ein disharmonischer Mensch hingegen denkt zu viel. Jemand der zu viel quatscht, ist genauso extrem und im Ungleichgewicht wie jemand, der viel oder nur schweigt. Jeder hat Extreme in sich, die ausgeglichen werden müssen. Wenn wir uns täglich bewusst darin üben, werden wir auch wirkliche Harmonie erzeugen und das vermeintliche Gegensätzliche zu einer sinngebenden Harmonie zusammenführen können.

Im Mainstream oder  im gesellschaftlichen Konsens herrscht eine „falsche Harmonie“, die künstlich oder absichtlich erzeugt wird, die sich geschichtlich oder wirtschaftlich immer mal wieder ändert. Was vor 50  Jahren war, gilt heute nicht mehr. Die Harmonie steht dem Konsens immer gegenüber und herrscht nur, wenn alle Elemente in einem System ausbalanciert sind, in gleiche Verteilung, gleiche Maße und Proportionen. Die natürliche Harmonie versteht sich demnach als ein kosmisches oder universelles Prinzip. In der Differenz zwischen Konsens und natürlicher Harmonie erkennt man auch die Werte, die von vorn herein universell vorgegeben sind, um Gesetze zu erkennen. „Erkenne dich selbst“ sagten schon die antiken Stoiker. „Glück ist nach seiner eigenen Natur gemäß zu leben“. Dazu muss man wissen, wer man ist. Und wäre das nicht eine sinngebende Harmonie für Alle?

 

Im bewegten Kern des Mannes

Pläne schmieden oder Kraft tanken, sich in neue Aufgaben stürzen oder abwarten. Welche Ziele verfolgen oder überhaupt? Geht es um mich, meine Karriere, meine Arbeit oder um etwas Größeres? Wenn es doch um etwas Größeres geht, dann bleiben Gedanken und Emotionen vom Kern (Yin) unberührt. Dennoch, wer dem inneren Kern folgt, kann sowohl der Stille, als auch der Bewegung dieses Prinzips folgen. Es ist immer beides vorhanden, und zwar fließend. Es ist uns manchmal fremd und doch so nah, weil wir selbst aus dieser Energie gemacht sind, unser ganzes Leben und unsere Existenz. Es ist uns selbstverständlich und doch nicht, wenn die Kraft des Wassers in der kältesten und dunkelsten Jahreszeit in unserem Körper wirkt.

Wir benutzen es täglich und denken darüber nicht nach. Es verbindet, bewegt und heilt uns. Es zieht uns magisch an oder treibt uns in eine andere, universelle Welt. Nicht nur so kann man die Kraft des Wasserelements, die Urquelle, den Kern allen Seins, sondern auch das Gegensätzliche, die Polaritäten, die dieses Element am stärksten konzentriert, in sich spüren und verstehen lernen. Dass gegensätzliche Energien immer in uns vorhanden sind, wird einem Mann bewusst, wenn er sich mit seinem Kern verbindet. In seinem Inneren herrscht das Weiche, Sanfte, Empathische, Hingebungsvolle. Das spüren Frauen besonders, die mit einem “Wassertyp” im Kontakt stehen. Nicht umsonst besitzt dieser Manntyp eine seelische Tiefe und innere Kraft. Allerdings gilt dies auch für Frauen. Den gegensätzlichen Kern in sich zu spüren, bedeutet auch alte Rollenklischees aufzugeben und sich auch manchmal durch Rückzug zu bewegen.

Wo Rückzug ganz natürlich ist, fällt trotzdem das Verhalten ganz unterschiedlich aus, wenn die Ernährung oder Entspannung zum Kernpunkt wird. Die einen neigen zum Hamstern und Vorräte schaffen und die anderen zum Fasten. Wozu  eigentlich und für wen? Aus dem tiefsten Inneren heraus kann wirkliche Integrität entstehen. Eine integere Haltung, die nicht nur den eigenen Körper betrifft, sondern auch eine gemeinschaftliche, humanistische. Wenn wir uns mit dem verbinden, was jetzt unsere Naturkraft zu bieten hat. In der jetzigen Phase des tiefsten Yins werden Tod und Leben, Sterben und Geburt, bei Einigen, die sich mit dem Wasserelement verbinden, zu einem tieferen sinngebenden Verständnis von Zusammenhängen über sich selbst und die Natur hinaus wachsen. Sie werden sich vielleicht über die Vergänglichkeit des Lebens bewusster und können daraus schlüssigere, sinnvollere Handlungen hervorbringen und in eine bessere Harmonie mit sich selbst kommen. Vielleicht werden einige den Mut haben, in ihrem Alltag etwas Grundlegendes zu verändern, mag es ein Schlüsselereignis oder ein Reiz sein. Wichtig ist jedenfalls, seinem inneren Kern zu vertrauen.

Ein Mann, der seinen Kern wahrnimmt, erkennt nicht nur das Yin in seinem Kern, sondern auch die Bewegungen aller Kräfte in seinem Körper, die besonders im Wasserelement wurzeln.

Egal in welcher Elementen-Lehre, ob in der alten westlichen oder der TCM, hat das Wasser immer die Bedeutung von Harmonie, Willenskraft, Lebensenergie, Mut, aber auch, wenn es nicht ausgeglichen ist, von Angst. Die Bewegung des Wassers und mit ihr auch die Stofflichkeit trägt alle Qualitäten in sich und spiegelt auch unser menschliches Wesen wieder. Sind wir übersäuert oder gar im Gleichgewicht? Das kann man sich eigentlich jeden Tag selbst beantworten.

Fakt ist, dass das Größere uns alle angeht und über sein Ego hinausgeht. Dass das Klima sich ändert, ist natürlich, aber der Klimawandel nicht. Die Disharmonie in der Welt fordert eine Harmonie zweier Pole in dem kleinsten menschlichem Gefüge heraus. Es geht um eine ausbalancierte Beziehung von weiblichen und männlichen Fähigkeiten, sowohl beim Mann, als auch in der Frau.

So kann das Gegensätzliche sich wieder anziehen und beides in sich verwirklicht werden. Im Kern ein harmonisches Miteinander und im Größeren eine logische mit einer metaphysischen Denkweise verbinden.

 

Intuition und sinnliche Berührung

Zum Jahresende kommt einiges zusammen. Rückblickend wollen wir Aufgeschobenes noch erledigen, Überflüssiges trennen, noch schnell Ordnung schaffen, uns neu strukturieren. Es wird kälter und wir wollen uns davor schützen, auch vor Krankheiten. In der Vorweihnachtszeit werden wir plötzlich von allen Seiten sinnlich stimuliert, dass wir reflexartig darauf reagieren. Die einen nehmen den Stimmungsaufheller Weihnachten mit in ihren Kaufrausch, die anderen können sich kaum mehr davor schützen. Männer reagieren sehr empfindlich auf äußere Reize, können ganz schön genervt sein. Frauen hingegen lassen sich wohlig und sinnlich treiben.

In der Herbstzeit hat die weibliche Energie Yin ihre inhibierende, nachgebende Form, die sich bei der Frau auch durch ihre Rezeptivität bemerkbar macht.  Sie gibt sich dieser Wandlungsphase Metall hin, die nach unten Richtung Erde fällt, so wie in der Natur, wenn Bäume ihre Blätter verlieren. Als allgemeines Naturprinzip ist dies die Zeit der Trauer, des Abschieds, der Wehmut, aber auch der Intuition. Die Klarheit der Luft und die Kälte lassen einen Durchblick in innere Strukturen zu. Die gesamte Lebensenergie, die wir bis hierher gesammelt haben, zieht sich nach innen und unten zurück.  Alles konzentriert sich jetzt, bei dem einen mehr und dem anderen weniger. So reagieren wir Menschen entsprechend der „Lehre des Weges“ und  dem Modell der mehr als 2000 Jahre alten TCM-Lehre, nach der immer  wieder etwas Neues hervorgebracht wird. Sei es in der Natur, in Beziehungen, in der Gesellschaft und auf anderen Ebenen.

Das Feuer im dominierenden Yang ist als wesentliches Kontrollkriterium zu sehen, nach dem das dominierende Feuer das Element Metall kontrolliert. Im Menschen zeigt sich das 4. Element der 5 Wandlungsphasen in seiner Balance durch Eigenschaften wie Konzentration auf das Wesentliche, Loslassen und Dankbarkeit. Andersherum wären wir unstrukturiert, pessimistisch, pedantisch, chronisch ängstlich. Zu viel Feuer würde unser Element Metall zerstören und die kommende Wandlungsphase Wasser schwächen. Jetzt profitieren ältere Menschen und auch längere Beziehungen von den positiven Wirkungen sinnlicher Berührung. Es stärkt nicht nur unsere Abwehrkräfte von innen heraus, sondern stärkt auch unser unmittelbares Gefühl zu vertrauen. Es schenkt uns die nötige Intuition und Gelassenheit, die wir benötigen, um klare Entscheidungen treffen zu können. Denn Metall nährt Wasser und kontrolliert das Holz.

Intuition und sinnliche Berührung haben etwas gemeinsam. Die Unmittelbarkeit und Intensität. Wir sind mit unserem Körper unmittelbar im Kontakt. Ein unmittelbares Fühlen und genaueres Betrachten lassen beide Eigenschaften zu einer einzigen stimmigen kreativen Gestaltungsmöglichkeit für unser Leben heranwachsen. Sinnliche Berührung ist nie routiniert. Es gibt kein Lehrbuch für sinnliche Berührung und Intuition. Aber es gibt eine unmittelbare Erkenntnis über sich selbst und vielleicht den therapeutischen Ansatz, aus unbewussten Mustern etwas bewusst werden zu lassen. Männer, lasst euch ein!

 

 

Erkenntnis und sinnliche Berührung

Die Abgrenzung von Innen und Außen, Immunabwehr- und Stoffwechsel, Schutz und Repräsentation, Wahrnehmung, Homöostase und viele andere Anpassungsmechanismen werden durch unser vielseitigstes Organ – die Haut, stark gefordert. Die Haut steht unmittelbar mit der Dimension der sinnlichen Berührung in Verbindung. Im Einzelnen handelt es sich um die funktionelle, philosophische, politische und die existentielle Dimension.

Der taktile Sinn, als der intimste Sinn von allen, aber auch in erster Linie das Instrument für die Erfassung der Wirklichkeit, nämlich das Sinnliche zu erfassen, ist auch am direktesten mit der eigenen Emotion und Persönlichkeit verbunden. Um in den Genuss sinnlicher Berührung zu kommen, bedarf es eigentlich nur zwei wesentlicher Aspekte. Einmal ein offenes Selbst und ein offenes Gegenüber, die sich gegenseitig zuwenden. Dabei ist das Empfinden selbst die Vorbedingung, die bei der Wahrnehmung eine Rolle spielt. Empfindung wird zur Wahrnehmung. Neben der Grundbedingung der Rezeptivität ist beim Menschen besonders, dass alle sinnliche Wahrnehmung gezielt und bewusst eingesetzt werden kann. Sinnlichkeit entsteht erst dann. Männer und Frauen können mit dieser Fähigkeit sinnliche Berührung erleben, als eine energiegebende, sich vom Ich lösende und Erkenntnis bringende, einzigartige Qualität. Durch sinnliche Berührung, das heißt durch aktiven und passiven Körperkontakt, wird überhaupt Sinnlichkeit erzeugt. Sinnlichkeit im Zusammenhang mit sinnlicher Berührung hat sich trotzdem zu der Nähe der realen Wirklichkeit drastisch verschoben. Stellen wir uns nur einmal vor, wir hätten viel mehr Zeit für Sinnlichkeit. Was würde mit uns geschehen?

Zum Beispiel bei tantrischer und überhaupt sinnlicher Berührung ist der Raum offen,  weil es eigentlich unendlich viele Sinneserlebnisse und Erfahrungen gibt. Alles ist möglich. Manchen macht es sogar erst einmal Angst, weil es etwas Unbekanntes ist. Man kann sich zunächst nicht an Sicherheiten oder Worte klammern.  Hier wirkt sinnliche Berührung transzendent. Ob uns diese Berührungsart in unserer jetzigen gewinnorientierten Produktionswelt einen höheren Stellenwert beschert, lässt sich nur individuell feststellen oder im Einzelnen erkennen. Derzeit ist die sinnliche Berührung jedenfalls abhängig von der Suggestibilität der Menschen. Und die wiederum ist gegenüber der Sinnlichkeit momentan sehr empfindlich. Wirkliche Sinnlichkeit liegt im Wenigen, Konkreten, ist sich selbst genug und umfasst ein immanentes Strukturelement, nämlich das Sein.

Sinnliche Berührung enthält die Qualität der Individualität, Worte nicht.  Die verbale Sprache ist etwas Allgemeines, weil jedes Wort schon kollektiv vorgeprägt ist. In Worthülsen und in Begriffen eine Sinnlichkeit auszudrücken oder eine Individualität, ist nicht möglich. Bei verbaler Berührung ist der Raum begrenzt und gleichzeitig standardisiert, genormt, musterhaft, vorgeformt. Die Worte, die man benutzt, sind niemals die eigenen. Was mit der sinnlichen Berührung kommuniziert wird, ist immer etwas Individuelles. Die Tiefe der sinnlichen Berührung zeigt sich in einer unkonventionellen Form. Sie vermag Muster und Verfestigungen aufzubrechen, sogar bis tief in die Matrix vorzudringen. Immer mehr Menschen können keine  berührungsinnliche Erfahrung zulassen oder bisher nur teilweise. Sie haben ein Berührungsdefizit. Intellektuelle haben ihre Sicherheit im Kopf. In diesem Sinn ist sinnliche Berührung schon fast etwas Anarchisches, weil es diese Sicherheitsstruktur aufbricht. Das Anarchische hat keine Ideologie. Es kommt ohne Machtstruktur aus.

Das Bild von John Lennon und Yoko Ono im Bett lässt uns teilhaben an einer Welt, die von jeglicher produktionsorientierten, verstandesgeprägten und moralisch-ethisch vorgesetzten Gesellschaftsstruktur abgewandt ist. Das Anarchische wird uns dabei geradezu versinnbildlicht. Und überhaupt, die sinnliche Berührung ist der permanente Widerspruch zur visuellen und konsumorientierten Dominanz in unserer Gesellschaft. Es scheint, als herrsche eine deformierte, produktionsorientierte Sinnlichkeit, die näher am Verstand orientiert ist. Wir nehmen immer mehr und mehr auf, in der Art einer Selbstbefriedigung. Doch Berühren ist vor allem ein Geben im Dialog. Nicht eine Behebung eines subjektiven Mangels. Sinnliche Berührung ist die individuellste Hingabe, die ursprünglichste, weil es die am wenigsten genormte ist. Sie hat einen unproduktiven Stellenwert und entzieht sich somit diesem Zwang des gesellschaftlichen Nutzens oder des Dauerkonsums. „Bed-Ins“ könnten sogar ein Einstieg für eine sinnlichere Welt sein.

Wir befinden uns in einer zweigeteilten Welt; einer vom Verstand geprägten Sprachwelt und einer von Sinnen geleiteten Berührungswelt. Je mehr wir uns in dieser Berührungswelt einlassen können, wirkt eine ehrliche, aufrichtige, authentische, individuelle Kraft in uns selbst. Und ist sinnliche Berührung nicht immer ein zwangloses Geben im Hier und Jetzt? Der sinnliche Körperkontakt hat auch etwas Emanzipatives, wenn das Sinnliche und die Berührung im Kontext stehen. Wenn Mann und Frau sich sinnlich vereinen, kommt der gierige Geist zur Ruhe. Er folgt dann dem natürlichen Prinzip, zu erkennen, was sich hinter dem Sichtbaren verbirgt. Eine Erkenntnis, die nach einer inneren Bestimmung sucht, nach Sinn.

 

 

 

Der berührte Mann

Die tiefste Berührung, die ein Mensch je erfährt ist die, die über die eigene Sprache hinaus geht. Das was bleibt, lässt sich demnach auch nicht weiter beschreiben. Manchmal bleibt sogar eine tiefere Bedeutung verborgen, wenn wir der Berührung nicht gewahr werden.Wann wir tiefe Berührung zum ersten oder zum letzten Mal erfahren? Entscheidend ist, dass wir überhaupt berührt werden  und auch wie wir berührt werden!

In ihrer Beschreibung ist eine tiefe Berührung bei vielen Menschen gar nicht mal so unterschiedlich. Es lässt sich jedenfalls nicht messen. Durch tiefe Berührung öffnet sich ein subjektiver Erfahrungsraum, der allenfalls bei den meisten Menschen als Seele verstanden wird. Doch nur berührte Menschen sind mit ihr im Kontakt. Ohne Berührung würden wir keinen Zugang zu ihr finden. Ohne Berührung würden wir aber auch innerlich leer, unerfüllt, stumpf werden, vereinsamen und langfristig leiden. Das weiß auch der berührte Mann!

Immer  mehr Männer gehen mit ihren Grenzen in Kontemplation und darüber hinaus.  Ihr “Wunder Punkt“ wird zu einem berührten Gefühl, dass sie sich selbst mitteilen und zulassen. Eine Beziehung zwischen Mann und Frau gewinnt daher an Tiefe und Authentizität. Überhaupt fühlen sich berührte Männer im Einklang mit sich selbst. Sie sind sich dessen bewusst, dass die Beziehung zu sich selbst die wichtigste ist. Er liebt das Leben mit Tiefgang im Annehmen von allen Gegensätzen und der Kunst aus seinem Inneren immer wieder neu zu schöpfen. Er findet die Wahrhaftigkeit in sich.

Der berührte Mann kann sich authentisch schätzen, weil er durch seine vier Grundeigenschaften die Echtheit im Sinne der Sozialpsychologen Michael Kernis und Brian Goldmann erfüllt: Bewusstsein, Ehrlichkeit, Konsequenz und Aufrichtigkeit.

Im Vergleich zum berührten Mann ist der unberührt Bleibende, der selbstoptimierte Mitläufer, ein wahrer Karrierehengst, der seinen Status in der Erfüllung seiner Rolle im Beruf wie im Privaten  aufrechterhält. Er will ständig Anderen etwas beweisen müssen, ohne das eigene Selbst zu akzeptieren. Ein unberührter Mann lässt sich aber auch leicht durch seinen Chef verbiegen oder einschüchtern, obwohl er keineswegs die gleichen Werte oder Überzeugungen wie er vertritt. Und auch in letzter Konsequenz würde er nicht mal zu seinen Stärken, Schwächen und Gefühlen stehen. Nicht einmal dann, wenn er in seinen sozialen Beziehungen oder zu seiner Frau die Maske bröckeln sieht. Obwohl der unberührte Mann sein getuntes Bild aufrechterhalten will, kann er nicht auf lange Sicht sein Ego von seinem wahren Selbst trennen. Er kann seine innere Wahrheit nicht auf Dauer leugnen.

So unterschiedlich die subjektive Vorstellung der Seele ist, macht diese doch etwas Ganzes oder Erfülltes in uns aus. Eine tiefe Dimension, die bei bedeutvoller Berührung elementar empfunden wird. Die Berührung durch Körperkontakt, die unsere körperliche Entwicklung, und im Zusammenhang mit ihr, die sozialen Fähigkeiten und das emotionale Regulationsverhalten mitprägen, beinflusst auch alle anderen kognitiven Fähigkeiten von Geburt an bis zum Tod. Und das von Jungen und Mädchen unterschiedlich.Was den Unterschied bei Jungen und Mädchen im Kleinkindalter ausmacht, spiegelt sich auch im Laufe des Lebens in ihren Bindungen. Ein Junge beispielsweise ergreift eher Interesse an der äußeren Welt oder Umgebung, wobei ein Mädchen meist das Gegenteil tut. Mädchen versuchen zu kommunizieren und fürsorglicher zu sein, während Jungs eher raufen und sich verteidigen. Im Erwachsenenalter sind Männer eher gesprächsfaul, wortkarg und Frauen diejenigen, die eine harmonische Verbindung aufrechterhalten wollen.

Da wir heute in einer Reizüberflutung, in einer visuell, virtuell und auditiv bestimmten Informationswelt leben, verlieren wir allmählich aber sicher die unmittelbare körperliche und sinnliche Erfahrung. Von allen körpernahen Sinnen, darunter der kinästhetische, vestibuläre oder Geschmacks- und Geruchssinn, ist der taktile Sinn der bedeutendste, aber auch der immer mehr in den Hintergrund gedrängte. Das weite Feld der Berührung mit ihren gesamten physischen und psychischen Schichten ist heute auch deshalb ein Thema der Balance von intra- und interpersonaler Berührung. Die körperliche Berührung spielt ein ganzes Leben eine gleichbleibend bedeutende Rolle wie die innere emotionale Berührung. Schon deshalb, weil intensiver Körperkontakt gleichzeitig die Tiefensensibilität (eigene Körperwahrnehmung) übt und erweitert. Weil Berührung in seiner passiven und aktiven Form auch die sinnliche Wahrnehmung einbezieht. Weil uns diese Berührung aus einer entkörperlichten, oberflächlichen Alltagswelt herauslöst. Weil ein berührter Mann mit seiner Empathie einer Frau auf gleicher Seelenebene begegnen kann. Weil ein berührter Mensch empathischer ist.

Im Kontakt mit seinem Bauch

Was wir essen und trinken und wie wir dies tun, ist wohl die häufigste Verbindung, die wir mit unserem Bauch pflegen. Doch mit seinem Bauch wirklich „im Kontakt“ zu sein, beinhaltet wohl mehr als nur Ernährung.Unser Bauch hat viele Gesichter und haben wir ihn in den letzten Jahren mehr und mehr den globalen ökologischen und soziologischen Veränderungen angepasst, so ist bei vielen Menschen auch mit dem einhergehenden Konsum nicht nur äußerlich ein „Wohlstandsbauch“ sichtbar geworden. Was verdrängt wird, wird gleichzeitig sogar verzehrt. Zu viel Bierkonsum, Fastfood, hier ein Imbiss, dort ein Bäckercafé und steigende ungesunde zuckerhaltige Lebensmittel machen das deutlich. So wird mit unserem Wohlstand und den dazu einhergehenden Umwälzungen in Wirtschaft und Politik Verdrängung und gleichzeitig ein Aufmerksamkeitsdefizit entwickelt.

Ein Defizit zwischen Bewusstsein und Wahrnehmung bestand schon immer, aber noch nie so sehr wie jetzt. Was funktioniert eigentlich heute noch ohne Smartphone, Whats App, Internet und immer schnelleren Bewegungsabläufen? Wir gehen immer davon aus, dass die Welt so „real“ ist, wie sie mit unseren Sinnen den Wahrnehmungshorizont erreicht. Aber ist das nicht ein Irrtum in der einschlägigen Computerwelt, durch die eine andauernde Informationswelle von Außen auf unsere eigenen Resourcen überschwappt und sogar das Hören auf sich selbst zerstört? Durch andauernde Werbekampangnen der Medienindustrie werden wir aus der natürlichen Aufmerksamkeit  mit uns selbst und zu anderen herausgerissen.

Wenn nicht gerade emotionale Belastungen, negativer Stress schon für unseren Bauch Thema geworden sind, dann aber spätestens beim ersten Warnsignal des Körpers, oder auch nicht. Der Bauch jedenfalls gibt uns immer Auskunft, wenn wir ihn denn wahrnehmen . Ein Mann, der sein Sixpack pflegt, ist immer noch aufmerksamer, als ein Mann, der seinen Bierbauch pflegt. Doch beide sind nicht unbedingt mit ihrem Bauch im Kontakt. Bei jenen ist das äußere Bild eines sportlichen Bauches ein Ideal, bei anderen ein fetter Bauch nicht störend. Der Bauch ist jedoch für unseren Körper nicht nur Mediator.

In unserer Mitte des Körpers besitzen wir zentrale Funktionen, die mit entscheiden, wie gesund wir sind oder wie wir uns auch fühlen. Die Komplexität der Bewegungs-,Sinnes, -Vital und Abwehrfunktion findet besonders im Bauchraum große Bedeutung. Hier befindet sich das wichtigste Zentrum ( untere Dantien) des Körpers, auch „Alchemie- oder Elexierfeld“ genannt, indem der Schwerpunkt unseres Energiesystems liegt und durch die Phänomene von Yin und Yang das körperliche Qi entsprechend speichert. Wie somatisch wir reagieren, wenn wir nicht achtsam mit unserem Bauch verbunden sind, zeigen häufig psychogene und endogene Ursachen.

Zum größten Teil werden wir von unbewussten psychologischen und neurologischen Steuermechanismen geleitet, die uns vom eigentlichen tiefen Kontakt mit „unserer Mitte“ ablenken. Daher wird Heilung in der TCM- Lehre auch mit der Aufmerksamkeit des Qi und dem Kontakt mit den Meridianen verfolgt. Der mediative Aspekt spielt daher eine besondere Rolle.

In Verbindung mit dem oberen Dantien, das die Energie des Bewusstseins speichert, und dem mittleren, das die Energie der inneren Organe speichert, sowie dem unteren Dantien entsteht in ihrer Konstellation eine Kraft, welche die gesamten Informationen für unsere Entwicklung und unser Potential bereithält. Der Qi-Fluß ist daher die stärkste und ursprünglichste Kraft des Menschen.

Warum aber unsere unbewussten Kräfte unsere Emotionen und unser Verhalten steuern, ist wissenschaftlich noch nicht genug erforscht und trotzdem macht sich der Mediendschungel dies zu nutze. Es funktioniert über die Vorfreude der Dopamin produzierenden Nervenzellen im Mittelhirn. Wir gewöhnen uns schnell an Dinge. Wollen wir uns selbst nicht auch etwas zu nutze machen? Als Manager über unseren Körper und in Verbundenheit mit unserem Bauch stärken wir unsere Fähigkeit der eigenen Aufmerksamkeit, unsere eigentliche innere Ressource. Im Kontakt mit dem Bauch und im Herzen finden wir unsere Mitte. Verbinden wir diese beiden Zentren miteinander, erzeugen wir ein starkes Kraftfeld, welches uns von innen heraus nährt und Ruhe gibt.

Und noch etwas: Wer seine mediative Kompetenz des Bauches bewusst werden lässt, kann auch auf der sinnlichen Ebene seine Wahrnehmungsfähigkeiten schulen.